Sonderausstellungen

Jährlich werden mehrere Sonderausstellungen in unterschiedlichem Umfang aus den Bereichen Kunst und Kulturgeschichte gezeigt. So erhalten die jeweiligen Inhaber des Künstler-Landesstipendiums die Möglichkeit, Ergebnisse ihrer Arbeit zu präsentieren. In einer weiteren Ausstellungsreihe werden regionale Künstlergruppen vorgestellt. Zum Tag des offenen Denkmals sind Kabinettausstellung mit historischen Abbildungen zu sehen. Die jeweiligen Jahreshaupausstellungen widmen sich unterschiedlichen Schwerpunkten der Regionalgeschichte.

"Altmark, Wendland, Heide" Albert Wande (1862-1936) - Fotografische Wanderungen

Insgesamt gehören ca. 2.500 Negative zum Nachlass. Der überwiegende Teil davon sind Glasnegative, die in einem noch von Albert Wande in Auftrag gegebenen Archivschrank aufbewahrt werden. Albert Wande arbeitete sehr sorgfältig. Er vermerkte auf jeder Negativhülle Titel, Datum, Uhrzeit und auch technische Angaben zur Aufnahme. So lassen sich die abgebildeten Motive nach Entstehungsort und Entstehungszeit genau bestimmen.
Von den 2.500 Negativen zeigen ca. 750 Salzwedeler Motive. Daneben sind eine Reihe von Landschafts- und Ortsaufnahmen aus umliegenden altmärkischen Dörfern bzw. Wegen und Feldfluren erhalten. Eine weitere Gruppe von Aufnahmen zeigt Dörfer des angrenzenden Hannoverschen Wendlands bzw. der Lüneburger Heide. Darüber hinaus hat Albert Wande auch Impressionen von Reisen mitgebracht. Zu seinen Reisezielen gehörten der Harz und Thüringen. Ebenso sind aus Prag und dem Riesengebirge Aufnahmen erhalten. In der Sammlung von Fotografien ist auch eine Anzahl von Porträts aus dem Familienumfeld, manche davon im heimischen Garten, enthalten.


 

Formationen des Inneren oder eine Form ohne Rand

Während meines Aufenthaltes in Salzwedel im Winter 2022 widmete ich mich dem Projekt: Ortung der Kontur – Finden der inneren Form. Bei dieser besonderen Form der Malerei beschäftigte ich mich mit Schichtung, Tiefenraum sowie Verdichtung, d. h. durch das Übereinanderlagern der Erscheinungen findet eine Potenzierung von Bildwirklichkeit statt. Diese Formationen beinhalten Bildwelten, mit typisch fließendem, organisch rundlichem Charakter. Aus diesen Arbeiten will ich die sogenannte Salzwedler Formation entstehen lassen, die ich bereits zum Künstlercafé gezeigt und vorgestellt habe. Zur StipendiatenART - Formationen des Inneren oder eine Form ohne Rand werden die zwei Sonderausstellungsräume im Danneil Museum sich mit diesen Bildwelten füllen.

Zwei Zitate:
„(...) Richter-Hoffmann hingegen meidet in seinen grafischen Blättern alles dinglich Fassbare. Sein abstrakt organisch fließenden Kompositionen verlassen sich ausschließlich auf den emotionalen Sog der Farben, den er in immer neuer, einander vielfach überlagernder und miteinander kommunizierenden Bewegtheit erzeugt (Dr. Jördis Lademann, Dresden, 19.05.2022)“ (...) .

„(...) Kraftsysteme, der Titel, den der Künstler für seine Ausstellung in der Annenkapelle gewählt hat, versteht sich – wie er mir in einem Gespräch mitteilte – als Metapher für den Entstehungsprozess seiner Bilder. Wie in einer Mechanik verschiedene Kräfte aufeinander wirken und schließlich einen physikalischen
Vorgang auslösen, so findet im Inneren des schaffenden Künstlers ein dynamisches Ringen heterogener Inspirationen statt, die nach Formgebung streben. Synästhetische Verknüpfungen finden so zu ihrer farblichen Resonanz, sie ergeben schließlich ein System (Wolfram Schnebel, Görlitz, 17.09.2022)“ (...) .



 

Danneilmuseum Salzwedel

StipendiatenART

Ich bin ein wandernder Künstler. Wenn ich meine kreativen Methoden zusammenfassen könnte, denke ich, dass es drei gibt.
Eine davon ist, dass ich das Leben und die Perspektiven anderer Menschen erlebe und dies als Inspiration für meine Kreation nutze.Ich bekomme die Geschichten anderer Menschen durch Literatur, Musik, Legenden und persönliche Bekanntschaften.
Die zweite Methode ist, dass ich mir einen Fantasieraum erschaffe, der es mir erlaubt, die Welt zu verlassen und in einer spirituellen Welt zu wandern. Während meiner Wanderungen sehe ich erstaunliche Landschaften und Architekturen und dokumentierte sie.
Die dritte kreative Methode besteht darin, sich vorzustellen, dass ich nichts bin, dass ich ein Außerirdischer bin, dass ich sogar nicht einmal ein Leben bin. Aus dieser Perspektive erscheinen die Erde und die Menschen so seltsam und voller unverständlicher Absurditäten. Ich konnte neue Perspektiven und Bewusstsein gewinnen, indem ich mich ausreichend entferne.

2021 habe ich das Glück, drei Monate in Salzwedel leben und arbeiten zu dürfen. Für Salzwedel habe ich Gemälde und Skulpturen sowie lange Rollenbilder geschaffen. In dieser Ausstellung werde ich mein Bestes geben, um meine künstlerischen Arbeiten so umfassend wie möglich zu zeigen, einschließlich meiner in Salzwedel entstandenen Rollenbilder.          



 

Adolf Mund und die Stadt

Im Bestand des Danneil-Museums Salzwedel gibt es eine Sondersammlung mit Arbeiten des Salzwedeler Kunsterziehers und Künstlers Adolf Mund (1889-1959). Aquarelle von seiner Hand finden sich heute noch in vielen Haushalten. Adolf Mund war äußerst produktiv. Er schuf eine Vielzahl von Stadt- und Dorfbildern. Einzelne Häuser, Stadttore und Hofsituationen interessierten ihn. Straßensituationen und idyllische Partien an der Stadtmauer und Parkanlagen stellten für ihn ebenfalls lohnende Motive dar. Aus den Dörfern sind es dann vor allem Bilder der Kirchen, die ihm als abbildungswürdig galten. Auch Industrieanlagen fanden Eingang in sein Bildrepertoire. Mit realitätsnahen Abbildungen war er ein Bildchronist seiner Zeit. Neben vielen Aquarellen gibt es dabei auch eine Reihe von Linol- bzw. Holzschnitten.

Die Kabinettausstellung anlässlich des Tages des offenen Denkmals gibt einen kleinen Überblick über die Sammlung seiner Stadtansichten  im Danneil-Museum und zeigt gleichzeitig einen repräsentativen Querschnitt des Schaffens von Adolf Mund.



 

Einkaufszettel, Denkmal, Souvenir

Wie erinnern sich Menschen an wichtige Momente, Orte oder Personen? Dazu nutzen wir oft Gegenstände als Hilfsmittel. Die Ausstellung zeigt eine Reihe von Stücken aus der Sammlung des Museums, die Erinnerungen transportieren.

Es gibt Dinge, mit denen wir aufgrund von Erlebnissen etwas verbinden, etwa ein Urlaubsmitbringsel. Andere Objekte werden extra zum Zwecke des Festhaltens von Erinnerung geschaffen. Im privaten Bereich war das Fotoalbum ein klassisches Medium zur Dokumentation des Familienlebens, heute wird es durch die Speicherkarte des Mobiltelefons abgelöst. Ereignisse aus dem Lebenslauf werden anhand von repräsentativen Objekten erinnert. Ein Täufling erhielt eine Taufschale zum Beginn seines Lebens, ein Grabstein markiert das Lebensende. Auch im Alltag gibt es vielfältige Formen, „sich etwas zu merken“. Klassisches Beispiel dafür ist der Einkaufszettel.

Die Gesellschaft als Ganzes setzt Zeichen, indem Denkmäler zu unterschiedlichen Anlässen errichtet werden. Museen und Archive sind Institutionen des öffentlichen Gedächtnisses. Fast in jedem Ort gibt es ein „Kriegerdenkmal“, das an die Toten der Kriege erinnern soll. Zu Jubiläen von Städten, Institutionen oder historischen Ereignissen wird Rückschau gehalten, werden Chroniken verfasst. Auch das findet im privaten Bereich statt. „Runde Geburtstage“ werden gefeiert und Lebenserinnerungen aufgeschrieben.

In der Ausstellung wird deutlich, wie umfassend unser Bedürfnis nach dem Festhalten von Erinnerung im privaten und öffentlichen Leben ist.           



 

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