Sonderausstellungen

Jährlich werden mehrere Sonderausstellungen in unterschiedlichem Umfang aus den Bereichen Kunst und Kulturgeschichte gezeigt. So erhalten die jeweiligen Inhaber des Künstler-Landesstipendiums die Möglichkeit, Ergebnisse ihrer Arbeit zu präsentieren. In einer weiteren Ausstellungsreihe werden regionale Künstlergruppen vorgestellt. Zum Tag des offenen Denkmals sind Kabinettausstellung mit historischen Abbildungen zu sehen. Die jeweiligen Jahreshaupausstellungen widmen sich unterschiedlichen Schwerpunkten der Regionalgeschichte.

Lauf.Setup

Inken Hemsen (Hamburg) und Sidsel Ladegaard (Halle/ Berlin) wohnten und arbeiteten im Jahre 2019 jeweils mehrere Monate mit einem Landesstipendium im Salzwedeler Künstler- und Stipendiatenhaus. Ergebnisse dieser Aufenthalte sind in der diesjährigen Ausstellung in der Reihe StipendiatenART zu sehen.

Inken Hemsen erforscht hier die Verschiebung von Wahrnehmungen der Salzwedel durchquerenden Flussläufe Dumme und Jeetze. Zusammenhänge ineinander übergreifender Elemente werden in subjektiven Kartografien, Fotogramm- und Drahtreliefen sichtbar.

Sidsel Ladegaards Arbeit untersucht einen musealen Umgang mit Gegenständen durch Skulpturen, die in dem Ausstellungsraum zwischen Gebrauchswert und Unnützlichkeit balancieren.

Durch den doppelten Blick auf die Stadt und die unterschiedliche künstlerische Auseinandersetzung, entsteht ein Dialog über Zeit und Wahrnehmung, über das Mäandern, das Flanieren und sich Verlaufen im Außenraum, sowie über das Sehen, Untersuchen und Entdecken innerhalb eines Museumsraumes.

Gefördert durch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt.

 

 

 



"Erratischer Block" - Etienne Dietzel

Gesteinsablagerungen, die nicht in das geologische Bild einer Region passen, und deswegen einen vermeintlichen Fremdkörper darstellen, werden als Erratiker bezeichnet. Solche Findlinge irritieren. Ihr Auftauchen am vermeintlich falschen Ort wurde früher mit Geschichten erklärt, die von Hexen oder Riesen handelten. In diesen alten Erzählungen steckt gewissermaßen ein „Gegengift“ zu den Mythen der Gegenwart. Umso bedeutsamer sind für Etienne Dietzel jene Orte, an denen solche Geschichten stattfinden können. Einen hat er mit dem Danneil-Museum in Salzwedel identifiziert. Dort stieß er auf die Geschichtensammlung „Sagenhafte Steine in der Altmark“. Darin werden Fragen nach Herkunft und Bestimmung als identitätsstiftende Elemente aufgeworfen, durch die die Steine zu einem Sinnbild des modernen Lebens in einem globalisierten Netz des steten Rauschens werden. Ausgangspunkt seiner Arbeit bildet ein Katalog aus Fototexturen von Steinen aus der Sagensammlung. Diese Texturen werden auf ein generiertes, soll heißen fiktives 3-D-Modell eines Steins projiziert. So, wie die Findlinge auf die Mythen gelegt wurden, legt sich das Bild der Steine auf die fiktive Form und schreibt ihr eine vermeintliche Entstehungsgeschichte ein. Als großformatige Prints sollen die Bilder mit der Monumentalität der eigentlichen Steine kokettieren, vor allem aber die Fehlstellungen und Verschiebungen sichtbar machen. Um eine Auseinandersetzung über die Grenzen der eigenen künstlerischen Arbeit hinaus führen zu können, möchte der Künstler im Anschluss eine öffentliche Wanderung zu den Orten führen, die in der Sagensammlung des Danneil-Museums eine Rolle spielen.

Vita: geboren 1986 in Bad Salzungen, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Steinbildhauer und war bis 2012 in diesem Beruf tätig. Im Anschluss studierte er an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle. 2019 erhielt er ein Graduiertenstipendium des Landes Sachsen-Anhalt und erhielt den 1. Preis im Wettbewerb zur Gestaltung des neuen Planetariums in Halle. Dietzel lebt als freier Künstler in Halle.



StipendiatenART

22.10. bis 30.12.2021

Alba Frenzel (Leipzig) und Daniel Kuge (Braunschweig)
Arbeiten von Stipendiaten im Salzwedeler Künstler- und Stipendiatenhaus des Jahres 2020

 

© 2020 www.museen-altmarkkreis.de