Sonderausstellungen

Jährlich werden mehrere Sonderausstellungen in unterschiedlichem Umfang aus den Bereichen Kunst und Kulturgeschichte gezeigt. So erhalten die jeweiligen Inhaber des Künstler-Landesstipendiums die Möglichkeit, Ergebnisse ihrer Arbeit zu präsentieren. In einer weiteren Ausstellungsreihe werden regionale Künstlergruppen vorgestellt. Zum Tag des offenen Denkmals sind Kabinettausstellung mit historischen Abbildungen zu sehen. Die jeweiligen Jahreshaupausstellungen widmen sich unterschiedlichen Schwerpunkten der Regionalgeschichte.

Weinberg - Wildschwein - Lutherbild




In den Auseinandersetzungen der Reformationszeit ist Martin Luther in der Bannandrohungsbulle des Papstes Leo X. als Wildschwein bezeichnet worden, das den Weinberg des Herrn verwüstete. Lucas Cranach d. J. setzte diesem sprachlichen Bild seine malerische Interpretation des Weinberges auf der Mitteltafel eines Altarretabels in Salzwedel entgegen.

Der Weinbergaltar von Lucas Cranach dem Jüngeren ist ein bildhaftes Zeugnis der Reformationszeit. Mit seiner symbolhaften Gegenüberstellung von Papstkirche und Luthertum widerspiegelt er den damaligen Kampf um die Erneuerung von Kirche und Gesellschaft. In der Weinbergdarstellung sind mehrere Reformatoren-Porträts zu finden. Neben Martin Luther und Phillip Melanchthon ist hier u. a. auch der norddeutsche Reformator Bugenhagen porträtiert. Darüber hinaus werden reale Tätigkeiten und auch Werkzeuge der Weinbergarbeiter dargestellt. Auf der Mitteltafel, den Seitenflügeln und den Bildaufsätzen gibt es eine Reihe von interessanten Detaildarstellungen, die nicht immer auf den ersten Blick bzw. nur aus der Nähe zu erkennen sind. Dazu gehören Landschaftsdarstellungen, Stadt- und Dorfansichten aber auch Alltagsobjekte und kleine Miniaturszenen.

Die Ausstellung vermittelt interessante Einblicke in die Bilderwelt des Altarretabels. Zu den Bildmotiven werden Vergleichsdarstellungen und reale Objekte aus der Alltagswelt in Beziehung gesetzt. Neben Originalfunden aus dem 16. Jahrhundert sind auch Repliken zu sehen, die von den Besuchern angefasst und in die Hand genommen werden können.



 

 

 

StipendiatenArt - Esra Oezen und Andreas Werner



In der Ausstellungsreihe StipendiatenArt sind vom 15. Juni bis 2. September 2018 Arbeiten von Esra Oezen aus Wolfsburg und Andreas Werner aus Wien zu sehen. Beide waren im Jahre 2017 als Landesstipendiaten in Salzwedel und residierten im Salzwedeler Künstler- und Stipendiatenhaus Salzwedel.

Esra Oezen
Esra Oezen wurde 1986 in Wolfsburg geboren, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. Sie weilte von Januar bis März 2017 in der Altmark

Andreas Werner
Andreas Werner, von Juli bis September 2018 im Künstler- und Stipendiatenhaus tätig, wurde 1984 in Merseburg geboren, wuchs aber in Wien auf, wo er heute noch lebt und arbeitet.



Bilder vom alten Salzwedel



Die ehemalige Propstei liegt in einem der malerischsten und architektonisch interessantesten Quartiere des historischen Stadtkerns von Salzwedel. Maler und Fotografen haben dieses Areal im Lauf der letzten Jahrhunderte in einer Reihe von Zeichnungen, Drucken, Gemälden und Fotografien abgebildet. Anlässlich des Tages des offenen Denkmals zeigt das Danneil-Museum eine Auswahl der schönsten Bilder aus den eigenen Sammlungen.

Das Gebäude des Danneil-Museums wird heute noch umgangssprachlich als Propstei bezeichnet. In einem Vorgängerbau des 1578 errichteten Gebäudes residierte im Mittelalter ein Propst. Das jetzige repräsentative Fachwerkgebäude wurde nach der Reformation als Stadtsitz der Familie von der Schulenburg erbaut. In dieser Nutzung blieb es mit mehreren Modernisierungen bis zum Verkauf im Jahre 1928. Seit 1932 ist hier ununterbrochen das Johann-Friedrich-Danneil-Museum untergebracht.

Die ältesten bekannten Darstellungen der Propstei finden sich als Detail auf den Panoramaansichten des 17. und 18. Jahrhunderts. Auf dem ersten bekannten Stadtplan von 1725 sind ebenfalls nur kleine skizzenhafte Darstellungen bzw. Kartengrundrisse zu sehen. Im 19. Jahrhundert tauchen die ersten Bilder auf, die die Propstei als alleiniges Bildmotiv zeigen. Dabei handelt es sich um romantische Ansichten im Zeitgeschmack, die von einheimischen Malern angefertigt wurden oder auch um Druckwerke in Bildserien bzw. Zeitschriften. Mit dem Aufkommen der Fotografie taucht auch das stadtbekannte Bauwerk der Propstei immer wieder auf. Es wird dann in der Zeit um 1900 zum beliebten Postkartenmotiv. Auch im 20. Jahrhundert verleitet die malerische Situation zwischen Pfefferteich und Marienkirche immer wieder auch Freizeitmaler zur bildkünstlerischen Beschäftigung mit der historischen Propstei.



Johann Joachim Winckelmann



Wanderausstellung anlässlich des 300. Geburtstages 2017 und des 250. Todestag im Jahr 2018



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