Ausstellungsarchiv 2021

StipendiatenART

Alba Frenzel und Daniel Kuge wohnten und arbeiteten im Jahre 2020 jeweils mehrere Monate mit einem Landesstipendium im Salzwedeler Künstler- und Stipendiatenhaus. Ergebnisse dieser Aufenthalte sind in der diesjährigen Ausstellung in der Reihe StipendiatenART zu sehen.

Alba Frenzel
Weil ich wissen wollte wie lebendige Kunst entsteht habe ich Leben im Duden nachgeschlagen und stieß auf den Leberwurstbaum.

Ich untersuche ihn weil ich der Meinung bin, dass er Gemeinsamkeiten hat mit Kunst. Es ist eine groß angelegte Forschung in der mit dem Leberwurstbaum so umgegangen wird als ob er Kunst sei oder mit Kunst als sei sie ein Leberwurstbaum. 

Daniel Kuge
Daniel Kuge hinterfragt in seiner künstlerischen Arbeit Analogien in anthropogenen Spuren: Was sind unsere Hinterlassenschaften und wie werden diese gelesen? An ihren glatten und monochromen Oberflächen spiegelt sich das Verhältnis zwischen dem Mensch und seiner Objektwelt. Kuges Arbeiten wurden in internationalen Ausstellungshäusern, wie dem Kunstpalast Düsseldorf, der Kohta Kunsthalle Helsinki, dem Mönchehaus Museum Goslar, Shoot the Lobster New York City oder dem Herzog Anton Ullrich Museum Braunschweig gezeigt.



Stück für Stück Altmark

Gesteinsablagerungen, die nicht in das geologische Bild einer Region passen, und deswegen einen vermeintlichen Fremdkörper darstellen, werden als Erratiker bezeichnet. Solche Findlinge irritieren. Ihr Auftauchen am vermeintlich falschen Ort wurde früher mit Geschichten erklärt, die von Hexen oder Riesen handelten. In diesen alten Erzählungen steckt gewissermaßen ein „Gegengift“ zu den Mythen der Gegenwart. Umso bedeutsamer sind für Etienne Dietzel jene Orte, an denen solche Geschichten stattfinden können. Einen hat er mit dem Danneil-Museum in Salzwedel identifiziert. Dort stieß er auf die Geschichtensammlung „Sagenhafte Steine in der Altmark“. Darin werden Fragen nach Herkunft und Bestimmung als identitätsstiftende Elemente aufgeworfen, durch die die Steine zu einem Sinnbild des modernen Lebens in einem globalisierten Netz des steten Rauschens werden. Ausgangspunkt seiner Arbeit bildet ein Katalog aus Fototexturen von Steinen aus der Sagensammlung. Diese Texturen werden auf ein generiertes, soll heißen fiktives 3-D-Modell eines Steins projiziert. So, wie die Findlinge auf die Mythen gelegt wurden, legt sich das Bild der Steine auf die fiktive Form und schreibt ihr eine vermeintliche Entstehungsgeschichte ein. Als großformatige Prints sollen die Bilder mit der Monumentalität der eigentlichen Steine kokettieren, vor allem aber die Fehlstellungen und Verschiebungen sichtbar machen. Um eine Auseinandersetzung über die Grenzen der eigenen künstlerischen Arbeit hinaus führen zu können, möchte der Künstler im Anschluss eine öffentliche Wanderung zu den Orten führen, die in der Sagensammlung des Danneil-Museums eine Rolle spielen.

Vita: geboren 1986 in Bad Salzungen, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Steinbildhauer und war bis 2012 in diesem Beruf tätig. Im Anschluss studierte er an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle. 2019 erhielt er ein Graduiertenstipendium des Landes Sachsen-Anhalt und erhielt den 1. Preis im Wettbewerb zur Gestaltung des neuen Planetariums in Halle. Dietzel lebt als freier Künstler in Halle.



StipendiatenART - Lauf.Setup

Inken Hemsen (Hamburg) und Sidsel Ladegaard (Halle/ Berlin) wohnten und arbeiteten im Jahre 2019 jeweils mehrere Monate mit einem Landesstipendium im Salzwedeler Künstler- und Stipendiatenhaus. Ergebnisse dieser Aufenthalte sind in der diesjährigen Ausstellung in der Reihe StipendiatenART zu sehen.

Inken Hemsen erforscht hier die Verschiebung von Wahrnehmungen der Salzwedel durchquerenden Flussläufe Dumme und Jeetze. Zusammenhänge ineinander übergreifender Elemente werden in subjektiven Kartografien, Fotogramm- und Drahtreliefen sichtbar.

Sidsel Ladegaards Arbeit untersucht einen musealen Umgang mit Gegenständen durch Skulpturen, die in dem Ausstellungsraum zwischen Gebrauchswert und Unnützlichkeit balancieren.

Durch den doppelten Blick auf die Stadt und die unterschiedliche künstlerische Auseinandersetzung, entsteht ein Dialog über Zeit und Wahrnehmung, über das Mäandern, das Flanieren und sich Verlaufen im Außenraum, sowie über das Sehen, Untersuchen und Entdecken innerhalb eines Museumsraumes.

Gefördert durch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt.

 

 

 



Stück für Stück Altmark

Die Sammlungen des Danneil-Museums sind das materielle Gedächtnis der westlichen Altmark. Die Vielfalt der Museumsobjekte aus allen Lebensbereichen widerspiegelt 200.000 Jahre Geschichte einer Region. Die Altmark wird erst seit dem 14. Jahrhundert als historische Region wahrgenommen und mit diesem Namen bezeichnet. Die Besiedlungsgeschichte reicht aber viel weiter zurück.

In der Ausstellung werden aussagekräftige Objekte präsentiert, die durch ihre Eigenart, ihre Hersteller oder ihre vormaligen Besitzer Geschichten erzählen können. Diese Geschichten sind verwoben mit der Geschichte der Region und ihrer Bewohner und stehen jeweils für ganz spezielle Themenbereiche.

Museumsstücke erzählen ihren Geschichten natürlich nicht von allein. Sie wurden durch die Museumsmitarbeiter „befragt“ und ihre Erzählungen besucherfreundlich aufbereitet.

Lassen Sie sich ein auf einen Spaziergang durch die altmärkische Geschichte anhand ihrer Relikte! Spüren sie ihren Querverbindungen aber auch ihren Irrwegen nach!

 

 



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