Ausstellungsarchiv 2014

Zwei Wanderer - ein Ort. Markus Bläser und Jörg Hamann

Zwei Wanderer - ein Ort. Markus Bläser und Jörg Hamann

Im Jahre 2013 weilten der Leipziger Markus Bläser und der aus Berlin kommende Jörg Hamann (Juli – September 2013) als Landesstipendiaten im Salzwedler Künstler- und Stipendiatenhaus.

Zwei Wanderer - ein Ort.Markus Bläser arbeitete von Januar bis März 2013 in Salzwedel. Er wurde 1976 in Leipzig geboren und studierte nach einer Berufsausbildung als Schilder- und Lichtreklamehersteller an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit 2003 ist er freischaffend, seit 2004 betreut er Jugendgruppen im Studio für bildende Kunst am Lindenau-Museum Altenburg. In den drei Monaten in Salzwedel beschäftigte sich der Künstler intensiv mit dem Holzschnitt.

Jörg Hamann, weilte von Juli bis September 2013 in Salzwedel. Er ist Jahrgang 1966 und stammt ursprünglich aus Warnemünde. Jörg Hamann studierte von 1992 bis 1997 Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der Ecole Nationale des Beaux Arts in Lyon. Er erwarb 1997 das Diplom und war 1999 Meisterschüler an der HfBK Dresden. In Salzwedel entstand ein Foto- bzw. Filmprojekt „Neue Wanderungen durch die Altmark“, das in der Ausstellung in Salzwedel zu sehen ist.

Bilder vom alten Salzwedel

Bilder vom alten Salzwedel

Im Danneil-Museum befindet sich seit einiger Zeit der fotografische Nachlass des Salzwedeler Brennereibesitzers Albert Wande (1862-1936) als Dauerleihgabe. Albert Wande entstammte einer angesehen Brauer- und Branntweinbrennerfamilie in Salzwedel. Er war ein leidenschaftlicher Fotograf, der seine durch den Familienbetrieb abgesicherte ökonomische Stellung nutzte, um seiner Passion, der Fotografie, nachzugehen. Das traditionelle Wohn- und Geschäftshaus befand sich in der heutigen Altperver Straße 19 in Salzwedel.

bilder-vom-alten-salzwedel-2014-01Insgesamt gehören ca. 2.500 Negative zum Nachlass von Albert Wande, die dessen Nachkommen dem Museum zur Aufbewahrung und Nutzung überlassen haben. Der überwiegende Teil davon sind Glasnegative, die in einem noch von Albert Wande in Auftrag gegebenen Archivschrank aufbewahrt werden.

Albert Wande arbeitete sehr sorgfältig. Er vermerkte auf jeder Negativhülle Titel, Datum, Uhrzeit und auch technische Angaben zur Aufnahme. So lassen sich die abgebildeten Motive nach Entstehungsort und Entstehungszeit genau bestimmen - ein großer Ausnahmefall in der regionalen fotografischen Überlieferung. Von einzelnen Motiven fertigte er mehrere Aufnahmen an, um möglicherweise verschiedene Belichtungsvarianten auszuprobieren.

Von den 2.500 Negativen zeigen 827 Salzwedeler Motive. Eine kleine Auswahl ist in der diesjährigen Kabinettausstellung zum Tag des offenen Denkmals im Danneil-Museum zu sehen

Bummlerkette und Bummlerhorn

Bummlerkette und Bummlerhorn

Die große und die kleine Bummlerkette, der Chef-Bummlerorden und das Bummlerhorn sind Begriffe, die im Alltagsleben kaum vorkommen. Es handelt sich hier um Stücke, die eng mit dem geselligen Brauchtum des Salzwedeler Chores Liederhain verbunden sind und die Sänger mehrere Jahrzehnte auf ihren traditionellen Himmelfahrtsausflügen begleiteten. Neben den öffentlichen Auftritten besaßen diese gemeinsamen Ausfahrten eine wichtige Bedeutung innerhalb der Chor- und Freizeitgemeinschaft.

Bummlerkette und BummlerhornDas Chorsingen gehört zu den traditionellen und öffentlichkeitswirksamen Freizeitbeschäftigungen, auch wenn die Bewahrung dieser Traditionen und die Gewinnung von Sängernachwuchs zunehmend schwierig werden. Aus dem Besitz des Chores Liederhain werden mehrere repräsentative Schmuckstücke in einer kleinen Kabinettausstellung in der Sparkasse Altmark West gezeigt, die einen kleinen Blick auf Brauchtum und Geselligkeit des Chorlebens ermöglichen.

Bummlerschaft
Im Chorzusammenleben gab es das Brauchtum der Bummlerschaft. Hierbei handelt es sich um die Organisation der jährlichen Himmelfahrtsausflüge des Männerchores, die von einzelnen Chormitgliedern in der Funktion des jeweiligen „Oberbummlers“ vorbereitet wurden. Eine weitere Funktion im Rahmen dieser Festivitäten war der „Hornträger“. Zu den Insignien der Bummlerschaft gehörten die Attribute des Chefbummlers, des Oberbummlers und des Hornträgers: Chef-Bummlerkette, Ober-Bummlerkette und Trinkhorn.

Im Wörterbuch der Gebrüder Grimm wird als „Bummler“ beschrieben: „Ein Müßiggänger, der sich auf den Straßen herumtreibt.“ Diese ursprüngliche Wortbedeutung verweist tatsächlich etwas auf die Funktion des Oberbummlers, der für die Organisation und den Ablauf des Pfingstausfluges verantwortlich zeichnete, der mit einer Ausfahrt nebst Essen und Trinken verbunden war. Natürlich wurde bei diesen Ausflüge auch viel gesungen – und getrunken.

Jenny Marx

Jenny Marx

Aus Anlass des 200. Geburtsjubiläums von Jenny Marx gibt die Ausstellung biografische Einblicke und zeigt die facettenreichen Darstellungsweisen und Bewertungen ihres Lebens unter verschiedenen Blickwinkeln.

Jenny Marx wurde im Jahre 1814 als Tochter des preußischen Landrates Johann Ludwig von Westphalen in Salzwedel geboren. Sie verbrachte nach der Versetzung des Vaters im Jahre 1816 ihre Kindheit und Jugend in Trier. Hier lernte sie schon als Kind ihren späteren Ehemann, den bekannten Philosophen Karl Marx kennen. Den Hauptteil ihres Lebens weilte Jenny Marx in London im Exil. Ihre historische Bedeutung erlangte sie durch das Leben an der Seite von Karl Marx.

Um dieses Leben ranken sich Legenden und Interpretationen, deren Ausrichtung abhängig vom jeweiligen Standpunkt der Betrachter sind. Je nach deren politischer Herkunft gilt Jenny Marx als politische Kämpferin für den Sozialismus oder eben auch als unterdrückte Ehefrau, die ihr Leben ihrem Mann und seinen politischen Ideen geopfert hat.

Eine Reihe von historischen Briefen und anderen Überlieferungen vermitteln ein Bild, das sich Zeitgenossen von Jenny Marx gemacht hatten. Später versuchten mehrere Biografen, ihr Leben an der Seite von Karl Marx zu schildern und zu bewerten. Dabei entstanden teilweise stark voneinander abweichende Interpretationen.

Die direkte bildliche Überlieferung historischer Porträts ist sehr klein. In der Ausstellung werden alle bekannten Abbildungen vorgestellt und auch diejenigen betrachtet, die jahrelang fälschlicherweise für Porträts von Jenny Marx gehalten wurden.

Jenny MarxDie Ehrung von Jenny Marx hat in Salzwedel eine lange Tradition. Während der Zeit der DDR entstand in ihrem Geburtshaus eine politische Bildungsstätte, die sich unter den herrschenden politischen Verhältnissen allerdings schwerpunktmäßig auf die Rolle von Karl Marx und die Geschichte der Arbeiterbewegung konzentrierte.

Um den Mangel an realen erhaltenen Objekten aus dem Leben von Jenny Marx zu begegnen, wurde in der Vergangenheit darauf zurückgegriffen, die wenigen historischen Abbildungen zu kopieren bzw. Kunstwerke in Auftrag zu geben, die das Leben von Jenny Marx illustrieren sollten. Künstlerische Arbeiten aus mehreren Jahrzehnten vermitteln einen teilweise ungewöhnlichen Ansatz, sich mit dem Leben von Jenny Marx auseinander zu setzen.

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