Ausstellungsarchiv 2012

Bilder vom alten Salzwedel

Bilder vom alten Salzwedel

Jährlich zeigt das Danneil-Museum anlässlich des Tages des offenen Denkmals historische Bilddokumente aus seiner Sammlung bzw. auch aus privaten Bildarchiven.
In diesem Jahr sind Bilder der Fotografenfamilie Ludewigs aus zwei Generationen zu sehen. Otto Ludewigs (1855-1926) und sein Sohn Walter Ludewigs (1891-1965) schufen eine Reihe von Zeitdokumenten zur Geschichte der Stadt Salzwedel und ihrer Bewohner. In der Familienüberlieferung haben sich Bilder und Dokumente erhalten, die ebenfalls die Geschichte des Fotografenbetriebes selbst dokumentieren.
Der 1855 in Henningen geborene Otto Ludewigs (1855-1926) war als Fotograf ein Quereinsteiger. Er wurde erstmals im Jahre 1881 als Zigarrenhersteller in der Kramstraße 1 genannt und war 1888 als Inhaber einer Zigarren- und Tabakfabrik in der späteren Burgstraße zu finden. Etwa um 1893 wandte er sich der Fotografie zu. Das erst bekannte Foto von ihm ist um 1894 datiert. Im Jahre 1902 erschien Ludewigs dann in den Adressbüchern zum ersten Mal unter der Rubrik der Fotografen. Ab 1915 war das Atelier dann in einem Neubau am ehemaligen Lüchower Tor zu finden. Otto Ludewigs hatte 7 Kinder. Nach seinem Tode im Jahre 1926 übernahm dann der Sohn Walter (1891-1965) das Geschäft und betrieb dieses bis zu seinem Eintritt ins Rentenalter mehrere Jahrzehnte. Von Walter Ludewigs sind neben einer Reihe von Ereignisbildern aus den 1930er Jahren auch viele Postkarten, die er im Eigenverlag mit seinen Fotografien herausgab, bekannt.

Schätze der Bronzezeit

Schätze der Bronzezeit

Die Bronzezeit war das erste Metallzeitalter der Menschheitsgeschichte. Wegen des Glanzes des Metalls wird diese Periode oft auch als goldenes Zeitalter bezeichnet. Bereits während der mittleren Jungsteinzeit war es gelungen, Geräte und Schmuck aus Kupfer herzustellen. Kupfer ist aber zu weich, um daraus brauchbare Werkzeuge oder Waffen zu erzeugen. Daher wurde es nur in relativ geringen Mengen verarbeitet und gehandelt. Erst als es gelang, Kupfer mit anderen Metallen zu legieren und damit zu härten, stellte es eine wirkliche Alternative zu den bewährten Steingeräten dar. Bronze ist wesentlich härter als Kupfer und wurde nun massenhaft verarbeitet und gehandelt. Damit begann die Bronzezeit. In Mitteleuropa war das etwa 2200 vor Christus. Aber erst am Ende der Frühbronzezeit um 1800/ 1700 v. Chr. hatte sich die „klassische“ Bronze auch überall durchgesetzt. Diese besteht aus ca. 90 % Kupfer und ca. 10% Zinn. Bei den ersten Bronzen ist dem Kupfer vor allem Arsen zugeschlagen worden. Zinn spielte anfangs eine völlig untergeordnete Rolle.

Schätze der BronzezeitDas Gebiet der späteren „Lüneburger Gruppe“ der Bronzezeit, der zu großen Teilen wohl auch die Altmark zuzuordnen ist, wurde bis um 1800 v. Chr. allerdings größtenteils noch von endneolithischen Kulturen geprägt. Das bedeutet auch, dass hier die Werkzeuge und Waffen noch sehr lange aus Feuer- oder Felsgestein hergestellt wurden. Anhand der archäologischen Funde dieser Zeit ist aber auch ein enger Kontakt zwischen den endneolithischen Kulturen und der ersten bronzezeitlichen, der Aunjetitzer Kultur, festzustellen. Bronzegeräte, oft nur Details wie Gussnähte, wurden im Norden an Steinwerkzeugen imitiert und diese gelangten auch in Aunjetitzer Gebiet. Im fruchtbaren Osten der Altmark existierte sehr früh eine große Aunjetitzer Gruppe mit Verbindungen nach Mitteldeutschland. Von dort, aus Kläden und Groß Schwechten, stammen die bedeutendsten frühbronzezeitlichen Funde der Ausstellung. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um zwei „Hortfunde“, entweder um Opfergaben oder Materialdepots.

Da die meisten ausgestellten Objekte im 19. Jahrhundert oft erst bei der Zerstörung bronzezeitlicher Grabhügel oder anderer Anlagen entdeckt wurden, wissen wir heute meist nur sehr wenig über die Fundzusammenhänge. Das trifft leider auf einen ganz großen Teil der ausgestellten Exponate aus allen bronzezeitlichen Perioden zu. Denn nicht nur die Frühbronzezeit hat in der altmärkischen Landschaft ihre Spuren hinterlassen. Die Altmark war offensichtlich während der gesamten Bronzezeit, die hier erst im 6. Jh. v. Chr. endete, besiedelt. Natürlich haben sich viele Sitten und Bräuche sowie die Moden im Laufe dieser langen Zeit verändert. Letzteres lässt sich auch anhand der Funde nachweisen. Allerdings sagen Einzelfunde meist nur wenig über die tatsächlichen Lebensumstände aus. Es scheint so, dass es den Menschen, auch auf Grund der guten Klimabedingungen, fast während der gesamten Bronzezeit relativ gut ging. Das spiegelt sich in den aufwändig verarbeiteten und verzierten Bronzen wider, von denen sich einige besonders schöne Stücke in der Ausstellung finden lassen. Im Gegensatz zu den Bronzen wirkt die Keramik der gesamten 1500 Jahre seltsamerweise fast immer schlicht und unspektakulär.

Gegen Ende der Bronzezeit ist es offensichtlich, möglicherweise auch klimatisch bedingt, zu einschneidenden Veränderungen gekommen. In diese Zeit fallen die kriegerischen Züge der „Seevölker“, die Griechenland verwüsteten, das Hethiterreich zerstörten und erst im 12. Jh. v. Chr. in Ägypten entscheidend besiegt werden konnten. Der Ausgangspunkt dieser Völkerwanderung soll im Norden zu suchen sein. Ein Ergebnis der kriegerischen Auseinandersetzungen war wahrscheinlich auch der Zusammenbruch alter Handelsbeziehungen und die Zerstörung von Handelswegen. Das zog u. a. eine Materialverknappung nach sich, immer weniger Bronze gelangte in den Norden. Daher wurde das kostbare Material etwa ab 1100 v. Chr. auch immer sparsamer eingesetzt und teilweise sogar komplett durch Stein ersetzt. Diese Bronzeverknappung führte mit Sicherheit auch zum Ende des nach ihr benannten Zeitalters, denn sie beförderte die Suche nach Alternativen. Die effektivste Alternative lag häufig direkt vor der „Haustür“, das Raseneisenerz. Als man verstanden hatte, daraus schmiedbares Eisen zu erzeugen, begann auch in der Altmark die Eisenzeit.

Kennwort Büergerstolz

Kennwort „Bürgerstolz“

In den Jahren 1933, 1947, 1983 und 1997 beging die Stadt Salzwedel Feste, die an die frühen urkundlichen Erwähnungen aus den Jahren 1233 und 1247 erinnern sollten. Die eigentlich früheste Erwähnung des Ortsnamens Salzwedel als „Salzwitele“ oder auch „Saltwedele“ im Jahre 1112 wurde bislang noch nie als Jubiläumsdatum gefeiert.
Aus Anlass des 900-jährigen Jubiläums der Ersterwähnung im Jahre 2012 gibt das Danneil-Museum in einer kleinen Ausstellung einen Rückblick auf die vier Gedenkfestivitäten des 20. Jahrhunderts. Dazu werden ausgewählte Sammlungsstücke, darunter auch zeitgenössische Filme, gezeigt. Ein Schwerpunkt liegt in der Präsentation der Ergebnisse eines Plakatwettbewerbes aus dem Jahre 1933. Auch der Einzug der sogenannten Pankgrafen, eines Berliner Traditionsvereins, und die symbolische Inszenierung einer Erstürmung der Stadt durch die Pankgrafen ist ein sehenswertes Sittenbild vom Anfang der 1930er Jahre.
Begleitend zu der kleinen Kabinettausstellung gibt der Stadtarchivar von Salzwedel, Steffen Langusch, in einem Vortrag am 31. Mai einen Überblick zur historischen Urkundenüberlieferung. Bei diesem Anlass sind mehrere der kostbaren Dokumente im Original in der Ausstellung zu sehen.

StipendiatenArt

StipendiatenArt

Jährlich erhalten mehrere Künstler aus verschiedenen Sparten ein Stipendium bzw. die Möglichkeit im Salzwedeler Künstler- und Stipendiatenhaus einen Arbeitsaufenthalt zu verbringen. Das Künstlerhaus befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Danneil-Museums in der malerischen Altstadt von Salzwedel.
Jeweils zum Jahresanfang zeigen die Inhaber des letztjährigen Landesstipendiums aus dem Bereich Bildende Kunst im Museum ihre Arbeitsergebnisse. Das gibt sowohl den Salzwedelern wie auch ihren Gästen die Möglichkeit, sich zu informieren, welche Resultate die Arbeitsaufenthalte der Künstler erbracht haben. Gleichfalls geben derartige Präsentationen auch Aufschlüsse darüber, wie Künstler von außerhalb die Stadt Salzwedel bzw. die Region Altmark erleben und reflektieren.
Im Jahre 2011 waren die Hamburger Künstlerin Jenni Zimmer und die Hallenserin Astrid Bredereck in Salzwedel zu Gast.
Die Zeichnungen von Astrid Bredereck spiegeln ihre Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung und geben so Geräuschen, den Mondphasen oder dem Wechsel von Tag und Nacht ein eigenes Aussehen. Die zeichnerische Übersetzung von Rhythmen in Bewegung, und weiter in Linien und Flächen, dokumentiert Unvorhergesehenes, transformiert regelmäßig wiederkehrende Zustände und Veränderungen in Bilder und visualisiert Lebensprozesse in verdichteter Form. So wird es der Künstlerin möglich, aus alt bekannten Vorgängen eine weitere Realität zu schaffen und somit für sich und den Betrachter eine andere Zeitwahrnehmung entstehen zu lassen.
Jenni Zimmer arbeitete ebenfalls mit der Technik der Zeichnung und schuf eine Reihe von seriellen Bildern, die oft paarweise aufeinander bezogen sind. Bereits während ihrer Zeit im Stipendiatenhaus war das dortige Atelier sowohl Arbeits- wie auch Ausstellungsplatz bzw. gleichzeitig Ort und konkretes Medium für eine Rauminszenierung. Nun bietet der Ausstellungsraum im Museum die Möglichkeit, die Zeichnungen in neuen Beziehungen zueinander anzuordnen und dem Raum dadurch auch ein neues Gefüge zu geben.

Helme, Hüte, Hauben

Helme, Hüte, Hauben ...

Im Bestand des Danneil-Museum befindet sich eine Reihe verschiedener Kopfbedeckungen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert aus unterschiedlichen Lebensbereichen. Aus älteren Zeiten gibt es verschiedene bildliche Darstellungen. So findet man an den mittelalterlichen Bildwerken der Plastik und der Glasmalerei Beispiele für die Kleidung der Zeit einschließlich dazugehöriger Kopfbedeckungen. Auf dem detailreichen Weinbergaltar der Reformationszeit sind ebenso Belegstücke dafür zu sehen. In der kleinen Ausstellung in den Räumen der Sparkasse Altmark/ West sind ausgewählte Exponate aus dem Museumsfundus zu bewundern. Dazu gehört ein Helm aus der Zeit des 30-jährigen Krieges ebenso wie eine Baseballkappe aus den 1980er Jahren. Frauen bei der Landarbeit verwendeten Erntehauben, die in einem Salzwedeler Manufakturbetrieb hergestellt worden waren. Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums und des Lyzeums trugen noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Mützen, die sie als Schüler an einer dieser Lehranstalten auswiesen.

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