31.3.2019 Ausstellungseröffnung: „Als Tante Frieda ein junges Fräulein war …“, 14 Uhr

Das Freilichtmuseum Diesdorf lädt am Sonntag, 31. März 2019, um 14 Uhr zur Eröffnung der neuen Ausstellung „Als Tante Frieda ein junges Fräulein war…“ ein. Der Eintritt hierzu ist frei.

Programm:

Grußworte des Landrates Michael Ziche

Vorstellung des Projektes durch Museumsleiter Dr. Jochen Alexander Hofmann

Einführung in die Ausstellung mit Waltraud Tornow

Die Ausstellung kann danach bis zum 31. Oktober 2019, Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen, von 10-17 Uhr besucht werden.

„Als Tante Frieda ein junges Fräulein war…“ –
Textilien und „feine Handarbeiten“ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Am biographischen Beispiel von „Tante Frieda“ – Frieda Pasemann aus Abbendorf (1904-1985) – wird mit Wäsche, Textilien und Kurzwaren ein bemerkenswerter Aspekt des Alltags zwischen 1900 und 1940 präsentiert: „Handarbeiten“ bestimmten lange den Bildungskanon für Frauen – neben Kochen, Hauswirtschaft und Kinderpflege. Das aufwändige Besticken, Säumen und Verzieren von Tisch-, Leib- und Bettwäsche bot jedoch auch einen kreativen Ausgleich zur anstrengenden Arbeit auf den Höfen.

In der von der Museologin Anke Gruß gemeisam mit der langjährigen Museumsmitarbeiterin Waltraud Tornow aus Diesdorf liebevoll gestalteten Schau, wird die ganze Vielfalt der einst mit der Hand oder der Nähmaschine verzierten Textilien ausgebreitet: Vom mit Initialen versehehen Küchentuch, über bestickte Tischtücher, mit persönlichen Widmungen versehenen Taschentüchern, zu Leib- und Nachtwäsche, Häkeldeckchen und Paradekissen. Dazu gehörte ein Sammelsurium an Knöpfen, Garnen und Nadeln.

Ziel der neuen Ausstellung ist jedoch nicht nur eine nostalgische Rückschau in Urgroßmutters Jugendjahre – die Aufmerksamkeit gilt auch den Bildungschancen junger Mädchen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Mit Hauswirtschafts- und Kochschulen wurden eigenständige Institutionen der Frauenbildung gegründet, eine darüberhinausgehende Berufsausbildung blieb jedoch die Ausnahme.

Auch Frieda Pasemann besuchte in Bad Bodenteich eine Kochschule, blieb dann jedoch bis zu ihrem Tode auf dem elterlichen Hof. Ihren textilen „Schatz“ hinterließ sie ihrer Nichte Waltraud Tornow, die ihn nun der Öffentlichkeit – ergänzt durch Stücke aus der Museumssammlung – präsentiert.