Der Münzschläger

Im Mittelalter nahm die Bedeutung des Geldes immer mehr zu. Statt des früheren Tauschhandels nutzten die Menschen nun Geld für den Erwerb von Waren. Papiergeld kannte man noch nicht. Die Menschen zahlten nur mit Münzen. Diese bestanden überwiegend aus Silber. Bedeutende Regionen der Rohstoffgewinnung waren die reichen Silbererzlagerstätten im Harz und im Erzgebirge. Dort bauten Bergleute das Erz ab. In Schmelzhütten wurde das Silber ausgeschmolzen. Die Herstellung der Münzen übernahm eine Münzwerkstatt. In Öfen wurde das Silber geschmolzen und anschließend in Formen zu flachen Stäben gegossen. Diese Stäbe, auch Zaine genannt, wurden mit dem Hammer so lange bearbeitet, bis sie die gewünschte Stärke hatten. Der Arbeitsgang hieß „Schlichten“. Nun konnten quadratische Stücke mit einer Schere abgeschnitten werden, die dann mit einem Hammer in eine runde Form gebracht wurden. Die entstandenen Rohlinge hießen „Schrötlinge“ und kamen zum Münzschläger, der mit zwei Prägestempeln, dem Ober- und Unterstempel, und einem Hammer die Motive in die Schrötlinge prägte. Es gibt Münzen mit zwei unterschiedlichen Münzbildern auf Vorder- und Rückseite und Hohlpfennige. Hohlpfennige, auch Brakteaten genannt, bestehen überwiegend aus dünnem Silberblech und haben nur ein Münzbild. Es ist auf beiden Seiten, einmal im Negativ und einmal im Positiv, zu sehen. In Salzwedel ließen zuerst die askanischen Markgrafen Münzen prägen. 1314 erhielt die Stadt ihr eigenes Münzrecht und prägte auch den sogenannten „Salzwedeler Hohlpfennig“. Rund 150 Jahre später verlor die Stadt dieses Recht wieder. In Notzeiten wurden gelegentlich Münzen zum Schutz vor Diebstahl vergraben. Findet man heute diese Münzschätze wieder, so geben sie uns wertvolle Informationen zu Handelspartnern und Handelswegen. Funde von Salzwedeler Hohlpfennigen gibt es aus Norddeutschland und dem Ostseeraum.

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